Archiv für Beiträge die mit »Finanzkrise« getaggt wurden:
Gier, Naivität und Verantwortungslosigkeit
Ein Artikel in der Ausgabe Nr. 12 der Zeit hat mich sehr bewegt. Der Artikel mit dem Titel Für dumm verkauft handelt von Städten und Kommunen in Deutschland, die ihre Infrastruktur an amerikanische Investoren verkauft haben, um damit schnell ein paar Millionen in die Kassen zu spülen.
Dazu haben Städte und Kommunen aus ganz Deutschland mit den Investoren Verträge abgeschlossen, die ihre Vertreter selbst nie zu Gesicht bekamen. Da die Verträge in den Anwaltskanzleien der mit der Abwicklung beauftragten New-Yorker Anwälte lagern, mehrere tausend Seiten umfassen und nur auf englisch verfügbar sind, heißt das, dass die Vertreter, die Verträge nicht verstanden haben, geschweige denn gewusst haben, welche Knebelklauseln diese enthielten. Lediglich eine mehrseitige deutsche Zusammenfassung bekamen die Vertreter vorgelegt. Sie flogen dennoch jedes mal nach New-York und unterschrieben die Verträge, wenn gleich das gesamte Geschäft von einer Naivität zeugt, dass einem jeglicher Glaube an den guten Menschenverstand verloren geht.
Die Krise in Bildern
Da es wahrscheinlich vielen so geht, dass sie von der Krise eigentlich nichts am eigenen Leib merken, möchte ich eine kleine List mit Fotos von der Krise erstellen. Auf den Fotos kann man sich das Ausmaß der Krise vielleicht ein bisschen besser vorstellen. Wer ein paar interessante Fotos zur aktuellen Krise gefunden hat, darf den Link gerne in den Kommentaren hinterlassen. Ich erweitere die Liste dann auf der Seite.
Die Krise in Bildern auf politik-denken.de
Der Wochenrückblick 4/09 (KW11) Update
Diese Woche wurde durch den furchtbaren Amoklauf in Winnenden überschatten. Dementsprechend waren die Zeitungen auch voll von Nachrichten rund um den Amoklauf. Auf der politischen Bühne hat sich nichtsdestotrotz auch so einiges abgespielt, dass einer Nachbesprechung bedarf. So wurde der Ton im Wahlkampf in dieser Woche noch weiter verschärft. Vor dem Hintergrund der Krise verschärfte sich die Kritik an der CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel deutlich. Die CSU gibt sich weiterhin kämpferisch und versucht durch Sticheleien den Sammeltopf für enttäuschte Konservative  zu geben. Auch die Kritik aus den eigenen Reihen wird deutlich lauter, sodass Angela Merkel endlich eine Position beziehen muss. Doch die Möglichkeiten aus dem Dilemma herauszukommen sind begrenzt. Die Kontur der CDU kommt und fällt mit der Lösung der Opelkrise.
Weiterhin bestimmte das Thema Außenpolitik in dieser Woche die Nachrichten. Die Ankündigung, dass Obama nun auch mit gemäßigten Taliban reden will sorgte einhellig für Zustimmung. Doch einfach nur reden wird die Konflikte dieser Welt auch nicht lösen können.
In Sachen Wirtschafts- und Finanzkrise herrscht nun geteilte Meinung darüber, ob und wann die Krise überwunden werden kann. Einige Optimisten wie Lawrence Summers sehen die Talsohle der Krise schon demnächst durchschritten. Pessimisten dagegen glauben nicht an eine baldige Wende und üben sich in Trübsal blasen. Gemeinsam haben die Finanzminister für eine Lösung der Finanzkrise auf einem Vorbereitungstreffen zum G-20-Gipfel im April geworben. Durch Regulation und die Stärkung des Internationalen Währungsfonds will man der Krise weiter begegnen.
Am Ende gibt es heute auch noch eine List mit besonders lesenswerten Artikel.
Der Wochenrückblick 1/09 (KW08)
Diese Woche dreht sich in der Politik alles um Rettungspläne. Am Freitag letzter Woche wurde das Konjunkturpaket II im Bundestag verabschiedet um Deutschland aus der Wirtschaftskrise zu führen. In dieser Woche geht es nun damit weiter, dass einige Länder versuchen Opel zu retten. Als Möglichkeit schwebt, wie schon so oft, die Loslösung Opels von dem amerikanischen Mutterkonzern General Motors. An der traditionsreichen Marke hängen viele tausend Arbeitsplätze in der Automobilindustrie und in der Zulieferbranchen.
Die zweite Rettungsaktion soll nun den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate retten. Dabei geht es konkret um die Übernahme von Aktienanteilen zur Existenzsicherung als letzte Möglichkeit. Vorher könnte über Aktienver- bzw. Zukäufe oder die Schrumpfung von Großaktionärsanteilen die Mehrheit der bedrohten Bank an den Staat übergehen.
Neben den schlechten Nachrichten gibt es aber auch eine gute zu vermelden. Familienministerin und Mutter von sieben Kindern, Ursula von der Leyen meldet in ihrem Familienreport 2009 einen Anstieg der Geburtenraten. Fälschlicherweise preist sie dies als Verdienst der Finanz- und Wirtschaftskrise. Fakt ist allerdings, dass sich der Anstieg von 2006 auf 2007 und von 2007 auf 2008 vollzogen hat, also zu einer Zeit, in der wir noch nicht einmal von einer Krise zu träumen wagten. Zudem bemüht sich die CDU/CSU-Fraktion um Hans-Peter Uhl energisch, durch eine generelle Terrorverdächtigung von Kindern ab 12 Jahren, die Geburtenraten wieder zu senken.
Einen besonderen Artikel hat die TAZ diese Woche herausgebracht. Darin beschreibt Friedrich Krotz, dass die Krise eine des maßlosen Kapitalismus ist, der sich selbst ruiniert. Der Artikel ist sehr lesenswert und spricht aus einer etwas anderen Perspektive doch die ein oder andere Wahrheit an, zu der man sich seine Gedanken machen sollte.
Links:
Die Rettung von Opel:
- Die Zeit – Autoland in der Krise “Eine Infografik zu den Abhängigkeiten anderer Industrien von der Autoindustrie”
- FAZ – Parteien streiten über “VEB Autobau” “Die Parteien streiten für und wider einer Staatsbeteiligung bei Opel”
- Die Zeit – Stunde der Wahrheit “Opel hängt am Tropf von GM und ist nur schwer loszulösen”
- Tageschau – Könnte Opel ohne GM überleben? “Auch wenn Opel aus GM herauszulösen wäre ist es fraglich ob das Unternehmen überleben würde”
- Tagesspiegel – GM will Opel-Werke nicht schließen “GM plant keine Werksschließungen für Opel und ist ebenso offen für neue Konzepte für Opel”
Die Verstaatlichung der Hypo Real Estate:
- Die Zeit – Warum darf die HRE nicht pleitegehen? “Die Hypo Real Estate ist zu sehr mit dem Bund und der Wirtschaft verzahnt und darf deshalb nicht insolvent werden”
- FAZ – Gesetzentwurf für Bankenenteignung steht “Der Gesetzesentwurf zur Finanzmarktstabilisierung sieht als letzte Option die Enteignung der Aktionäre vor”
Deutschland und seine Kinder:
- Die Zeit – Deutsche bekommen mehr Kinder “Familienministerin von der Leyen stellte den Familienreport 2009 vor, aus dem steigende Geburtenraten hervorgehen”
- Heise – CDU/CSU-Politiker wollen Verfassungsschutz auch Daten von Kindern elektronisch speichern lassen “Die CDU/CSU will nun auch von Kinder ab 12 Jahren personenbezogene Daten speichern”
- Tagesschau – Union will auch Kinder überwachen lassen “Die CDU/CSU will personenbezogene Daten von Kindern ab 12 Jahren speichern lassen”
Die Krise des Kapitalismus
- TAZ – Der Kapitalismus ruiniert sich selbst “Die aktuelle Krise ist vor allem eine, die der Steuerzahler ausbaden muss um das kaputte System wieder zum laufen zu bringen”
Die Finanzkrise visualisiert
Jonathan Jarvis hat die Finanzkrise und ihre Entstehung sehr anschaulich gemacht. In einem Video(englisch) hat er die Krise visualisiert und in einem rund 11 Minuten langen Film gefasst. Das Video gibt es nach dem Klick

