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Archiv fü die Kategorie »Bildungspolitik«:

Bildung kontra Wirtschaft

Bildungspolitik, 15. Mai 2009 um 16:28 Uhr, Michael

Der Wirtschaft geht es immer schlechter. Im ersten Quartal 2009 ist die deutsche Wirtschaft um 3,8 Prozent eingebrochen, mehr als alle Experten erwartet hätten. Es wird immer deutlicher, dass Deutschland besonders hart von der Krise getroffen wird und dass es möglicherweise nötig wird, noch vor der Bundestagswahl im September ein drittes Konjunkturprogamm aufzulegen. Doch bis dahin muss erst ein mal das zweite Konjunkturpaket anfangen zu wirken. 

Das Konjunkturpaket II beinhaltet auch Investitionen in die “Bildung”. Doch diese Versprechung der Regierung ist eigentlich gelogen. Denn durch die Föderalismusreform hat der Bund seine Kompetenzen in Bildungsangelegenheiten an die Länder übertragen. Das könnte uns nun und in Zukunft teuer zu stehen kommen. Dem Bund bleibt nur eine Investition in die ökologische Sanierung der Schulgebäude. Doch davon wird unser Bildungssystem auch nicht besser. Wir können in sanierten Gebäude nicht mehr Schüler betreuen. Wir können zudem auch nicht die Schülerinnen und Schüler in den sanierten Gebäuden mit mehr Lehrpersonal versorgen. Wir können ebenso wenig neue Bücher kaufen, damit die Schüler nicht mit Büchern arbeiten müssen, die älter sind als sie selbst. Fast scheint es, als seien die Investitionen in die Bildung im wahrsten Sinne reine Schönheitskorrektur. 

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Natürlich ist es wichtig, marode und baufällige Schulgebäude zu sanieren. Wir müssen für eine angenehme und angemessene Lernumgebung in der Schule sorgen. Doch eine solche Umgebung besteht eben nicht nur aus neuen hübschen Zimmern und Gebäuden. Für bessere Lernumgebungen brauchen wir vor allem auch mehr gut ausgebildete Lehrkräfte, aktuelle und gute Unterrichtsmaterialien sowie eine gute technische Ausstattung der Schulen. Alle diese Bedürfnisse kann aber das Konjunkturpaket II mit seinen Investitionen nicht abdecken. Genau das ist die Peinlichkeit und die Absurdität, die in dem Paket steckt.

Das gleiche Trauerspiel auch in der Hochschulpolitik. Es mutet schon zynisch an, dass mehrere Hundertmilliarden Euro für angeschlagene Banken und Unternehmen in kürzester Zeit bereit stehen, für die Bildung aber um jeden Euro gekämpft werden muss. Besonders absurd und lächerlich ist die Tatsache, dass der Finanzminister den Hochschulpakt II unter Haushaltsvorbehalt stellt. Grund dafür: Kein Geld wegen der Finanzkrise und den Konjunkturpaketen. Es ist ein Armutszeugnis für die politische Elite, die der Wirtschaft eine höhere Präferenz als der Bildung zuweisen.

Zum Abschluss noch ein Zitat aus dem oben verlinkten Artikel bei Zeit-Online:

Doch das Signal, das von Steinbrücks Bremsmanöver ausgeht, kommt nicht nur einer dramatischen öffentlichen Abwertung der Bildungspolitik und ihrer Vertreter gleich. Es ist auch eine Selbstentblößung des Finanzministers und der Kanzlerin, die ihn zweifelsohne unterstützt: Mehr Geld für Unis, so ihre durchschaubare wie klägliche Rechnung, bringt weniger Wählerstimmen als die Gunst mächtiger Gewerkschaften, allen voran der IG Metall, die man sich über mehr Geld für Opel, Volkswagen & Co erkaufen kann. Umgekehrt gilt für Steinbrück und Merkel offenbar: Die Studenten von morgen, für die der Hochschulpakt 275000 neue Studienplätze schaffen soll, können heute keinen Aufstand machen.

Wir sollten den Politikern in unserem Land, aber auch uns selbst die Frage stellen, ob wir an kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolgen mehr interessiert sind, als an zukünftigen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Erfolgen. Dabei dürfen wir eins aber nicht vergessen: Wirtschaftlicher Erfolg ist nicht ohne eine gute Bildungspolitik möglich.

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Richtige Schulpolitik

Bildungspolitik, 19. April 2009 um 17:08 Uhr, Michael

Als vor einiger Zeit die Debatte über die Qualifikationen der Lehramtsstudenten geführt wurde, fehlten mir die alternativen Lösungsansätze. Niemand hat davon gesprochen, wie man denn nun eigentlich künftige Lehrer ausbilden will oder sollte. Es gibt zwar verschiedene Ansätze bereits vor oder im Studium mit bestimmten Maßnahmen zusätzliche Qualifikationen durch Seminare oder Kurse zu vermitteln. Doch das sind Ausnahmen und Einzelfälle bei denen man nicht von einem gesamtdeutschen Modellen sprechen kann. Ich möchte mich nun einmal mit der Frage beschäftigen, welche Möglichkeiten es zumindest theoretisch gibt, die Ausbildung der Lehrer zu verbessern. Den Rest des Beitrags lesen »

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Warum der Lehrerberuf attraktiver werden muss

Bildungspolitik, 10. März 2009 um 21:08 Uhr, Michael

Aktuell tobt eine öffentliche Debatte um den Lehrermangel der aktuell vorherrscht und der noch auf uns zukommen wird. Es geht darin vor allem darum, dass in den kommenden Jahren um die 200.000-300.000 Lehrer pensioniert werden und somit fehlen. Wie man dieses Lücke füllen will, das wissen die Kultusminister der Länder noch nicht.

Die aktuelle Debatte wird auch dazu genutzt, um generell über den Beruf des Lehrers zu diskutieren. Dabei stehen hauptsächlich seine Fähigkeiten und somit auch die Ausbildung im Mittelpunkt der Diskussion. In Passau ist der Leiter des Zentrums für Lehrerbildung, Norbert Seibert, deshalb entschlossen rigoros Eignungstests für angehende Lehrer einzuführen. 

Die aktuelle Debatte wird mir aber zu scheinheilig geführt. Das Problem des Mangels von Lehrkräften ist nicht erst seit heute bekannt. Schon vor etlichen Jahren gab es in Hamburg ein ähnliches Problem. In den Schulen fehlten Lehrer, die Klassen wurden größer, Unterricht fiel aus. Doch anstatt mehr Lehrer einzustellen, hat die Regierung in Hamburg damals noch Lehrerstellen gestrichen. Dagegen wurde sogar demonstriert, jedoch ohne Erfolg. Heute nun also hat man wieder das Problem. 

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Kultusminister gegen UN-Konvention

Bildungspolitik, 03. März 2009 um 21:06 Uhr, Michael

Die Kultusministerkonferenz(KMK) tagt morgen in ihrer 325. Plenarsitzung unter anderem zum Thema der Schüler, die ihre Schullaufbahn nicht beendet haben. Was man in dieser Sitzung allerdings verabschieden will, ist ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik. Die KMK will den Abschluss der Förderschulen höher bewerten und führt somit einen Abschluss unterhalb des Hauptschulabschlusses ein, damit Schüler von Förderschulen ab sofort nicht mehr als Schulabbrecher in die Statistik eingehen.

Der Einwand, dass Förderschüler im eigentlichen Sinne keine Schulabbrecher sind, ist durchaus berechtigt. Dass man die Statistik bereinigt, um die wirkliche Anzahl von Schülern, die die Schule abgebrochen haben, zu ermitteln, erscheint logisch. Nicht logisch erscheint allerdings, dass dafür der Abschluss der Förderschulen aufgewertet werden soll. Denn eine Aufwertung dieses Abschlusses zementiert  die von den Vereinten Nationen verbotene Selektion von Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung.

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Die Milchmädchenrechnung mit der Bildung

Bildungspolitik, 02. Februar 2009 um 21:45 Uhr, Michael

Noch vor kurzem, als das Konjunkturpaket II vorgestellt wurde, machte man in der Politik damit Werbung, nun endlich auch einmal in die Bildung zu investieren. Da sollen, mit dem Geld des Konjunkturpakets, endlich baufällige Schulen und Universitäten modernisiert werden, damit man endlich wieder richtig lernen kann. Dass das eine Milchmädchenrechnung war, kann man heute sehen. Vor allem aber wird man es in ein paar Jahren sehen. 

Wie heute auf Zeit Online zu lesen ist, will die CDU dem Konjunkturpaket II nur zustimmen, wenn dieses auch ein Schuldenbremse beinhaltet. Das so eine Schuldenbremse normalerweise überhaupt nicht nötig wäre, wenn man mit gesundem Menschenverstand regiert und auf das Wohl des Volkes aber auch das Wohl der zukünftige Generationen Rücksicht nimmt, daran denk wohl niemand in der CDU. Die so genannte Schuldenbremse würde dazu führen, dass das Geld für große Bildungsprojekte nicht mehr durch Schulden finanziert werden können und deshalb auf ihre minimal Größe gekürzt werden.

Aus Hamburg und aus Hessen wissen wir, dass die CDU es grundsätzlich nicht so mit der Bildung hat. Dort wurden massenweise Lehrerstellen gestrichen, weil man sparen musste. Ein konsolidierter Haushalt ist natürlich um einiges wichtiger als heute und jetzt den Grundstein für die Erhaltung der Gesellschaft und die Schaffung von Chancen zu legen.

Ich glaube die deutschen Politiker haben noch nicht genau begriffen, welche Bedeutung die Bildung für das Vorankommen von Deutschland hat. Man kann sich nicht über schlechte Pisa-Ergebnisse wundern und dann aber im nächsten Augenblick, ohne zu zögern, Kürzungen bei der Bildungsfinanzierungen hinnehmen. Wenn es wirklich dazu kommen sollte, dass, wie im oben genannten Artikel der Zeit, Bildungsprojekte anstatt mit 21 Milliarden nur noch mit rund 11 Milliarden bedacht werden, dann muss man sich über die Folgen Gedanken machen. 

Das Geld des Konjunkturprogramms kommt nur Strukturmaßnahmen zugute, nicht jedoch neuem Personal an den Unis oder Schulen. Das zeigt wieder ein mal, wie stiefmütterlich das Thema Bildung von der deutschen Politik behandelt wird. Wir brauchen mehr Engagement in der Bildungspolitik, mehr Förderung für Wissenschaft und Forschung um einen hohen Bildungsstand zu gewährleisten und wir brauchen endlich den Mut, das Geld für wirklich sinnvolle Maßnahmen auszugeben. Sachsen macht es vor und der Bund sollte einen Impuls für die Länder geben, dass diese ebenso mutig sind wie Sachsen. Nur so kann man ein weiteres gesundes wirtschaftliches Wachstum garantieren. Nicht indem man 2500€ für alte Autos rausschmeißt, sondern in dem man in das einzig wertvolle Gut in Deutschland investiert. In die Bildung.

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