Gegen eine Verlängerung der Abwrackprämie
Wie es scheint, kommt die Abwrackprämie, auch als Umweltprämie bekannt, bei den Autokäufern gut an. Seit ein paar Wochen laufen die Geschäfte bei den Händlern so gut, wie zu letzt zur Wende. Besonders Kleinwagen sind dieser Tage gefragt. VW musste deshalb 40.000 Polos mehr produzieren. Aus diesem Grund möchte der Chef von Volkswagen, Martin Winterkorn, eine Verlängerung der Prämie. Er will sich dafür bei Kanzlerin Merkel einsetzen.
Die Verlängerung der Abwrackprämie, also die Verlängerung der Laufzeit und die Aufstockung der dafür vorgesehen Geldmenge, wird nicht die Probleme der Autoindustrie lösen. Das Problem liegt nicht bei den schlechten Absatzzahlen, die sind nur die Konsequenz aus dem Problem, sondern bei den Modellen selbst. Die Autos der deutschen Autobauer sind nicht auf der Höhe der Zeit.Â
Auch wenn das Benzin im Moment sehr günstig ist, wird es in Zukunft nur noch ein großen Markt für benzinsparende Autos geben. Das Öl wird knapp und somit auch das Benzin. Über kurz oder lang wird der Ölpreis wieder steigen. Es sind also Autos gefragt, die wenig von dem teuren Rohstoff verbrauchen. Zumindest so lange, bis eine Alternative zum Benzinmotor da ist.
Da liegt auch das zweite Problem einer Verlängerung der Abwrackprämie. Ursprünglich war die Prämie dazu gedacht, die Nachfrage zu stimulieren, damit man besser durch die Krise kommt. Dafür muss man dann aber auch seine Hausaufgaben machen und sich schon auf die Zeit nach der Krise vorbereiten. Das heißt, man muss neue Modelle entwickeln, die zukunftsträchtiger sind. Man braucht Modelle, die alternativen zum Benzin bieten. Denn das ist der Markt der Zukunft. Eine Verlängerung der Prämie würde nur zu einer Verschleierung der Probleme führen. Auf Kosten des Staates natürlich, der um eine solche Verlängerung bezahlen zu können, Geld an anderer Stelle sparen muss.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich der Staat nicht instrumentalisieren lassen darf. Durch die Abwrackprämie verringern sich die Rabatte beim Autokauf. Nach dem Sprecher des Händlerverbands ZDK, Helmut Blümer, halbierten sich die Rabatte beim Autokauf, seit der Einführung der Prämie. Der Staat wird hier als Rabattgeber missbraucht. Auch deswegen sollte die so genannte Umweltprämie nicht verlängert werden.

