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Von der Moral und dem Geld

Wirtschaft & Steuern, 29. Januar 2009 um 21:32 Uhr, Michael

Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich ernsthaft, wofür man überhaupt einen Rettungsring nach den Banken geworfen hat. Als sie in ihrer eigenen Habgier zu ertrinken und uns mit zu reißen drohten, ist der Staat gekommen und hat den Bankern einen Rettungsring zugeworfen. Diesen Rettungsring haben inzwischen ja auch schon einige Banken, wie z.B. die Commerzbank, angenommen. Um eine ähnliche Krise zu verhindern, werden jetzt Regeln für die Finanzwelt gefordert. Das ist richtig so und auch sicher nötig. 

Allerdings denke ich mir nun nach dem Lesen des obigen Artikels aus dem Tagesspiegel, ob solche Regeln überhaupt brauchbar sind. Der Antrieb, der zu dieser Krise führte ist die Habgier. Der Drang nach materiellem Besitz, koste es was es wolle. So heißt es dort in dem Artikel:

Der durchschnittliche Bonus je Mitarbeiter lag für 2008 bei rund 112.000 Dollar.[...] In den Topetagen und bei besonders erfolgreichen Brokern etwa gehen die Prämien selbst in der Krise oft noch in die Millionen.

Selbst in Zeiten der Finanzkrise besitzen die Broker keine Skrupel auf ihre Bonuszahlungen zu verzichten. Weiter heißt es in dem Artikel:

Die Jahresprämie macht bei vielen Beschäftigten der Banken einen Großteil ihres Jahresgehalts aus. 

Ich weiß nicht genau, was ein Broker an der Wall-Street so verdient. Nehmen wir mal an, das Geld reicht gerade so zum leben und die Broker sind auf ihre Boni angewiesen. So müsste ihnen doch aber ihre Moral verbieten, alles anzunehmen. Sie sollten durch Verzicht, zumindest eines Teils, für ihre Fehler einstehen. Der User eban formuliert es sehr treffend in einem Kommentar zum Artikel:

Als Rechtfertigung für die hohen Boni ist immer angeführt worden, dass die Banker eine hohe Verantwortung tragen. Nun sind sie dieser Verantwortung nicht gerecht geworden und sacken trotzdem ein.

Wer Verantwortung trägt und auch tragen will, der soll sie doch bitte auch immer tragen und nicht nur dann, wenn nichts passiert.

In der Online-Ausgabe der F.A.Z gibt es einen sehr aufschlussreichen Artikel über die Exzesse der Banker und Broker. Ich empfehle jedem, diesen Artikel einmal zu lesen und sich das ganze auf der Zunge zergehen zu lassen. Besonders vor dem Hintergrund, dass Banker und Broker keine Moral zu haben scheinen und ihre gesamten Boni einkassieren. Aber auch dies ist nur eine Beispiel für die noch immer in der Finanzwelt regierende Habgier, die jegliche Moral und jedes Pflichtbewusstsein durch eine Menge Geld unterbinden kann. Doch was wundere ich mich, von Moral kann man sich eben keinen Kamin kaufen.

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