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Archiv für Januar 2009:

Klimawandel abwenden fehlgeschlagen

Allgemeines, 30. Januar 2009 um 18:30 Uhr, Michael

Ein Dozent hat vor ein paar Tagen in einem Seminar zum Thema Klimatologie angemerkt, dass Klima als solches immer nur ein gemittelter Wert von etwas sei. Schauen wir uns beispielsweise mal die Temperaturveränderungen der letzten 100.000 Jahre an. Fangen wir mit den letzten 10 Jahren an und erhöhen den Zeitraum um jeweils den Faktor 10, so sehen wir, was für unterschiedliche Interpretationen möglich wären.Â

temperaturverlaufAn der nebenstehenden Grafik wird deutlich, was ich meine. In der Abbildung des nächst größeren Zeitraums ist auch jeweils der vorher betrachtete Zeitraum abgebildet und durch die gestrichelte Linie markiert. Hier wird also sichtbar, dass der Beobachtungszeitraum immer eine Rolle spielt, bei der Interpretation von Klimadaten.Â

Wenn man nun unter anderem von Regierungsvertretern zu hören bekommt, dass die Erderwärmung extrem ist, dann sollte man sich immer fragen, auf welchen Zeitraum sich dies bezieht. Schauen wir uns die letzten 1000 Jahre an, dann fällt auf, dass die durchschnittliche Erdtemperatur schon öfter höher war als sie es momentan ist. Das soll natürlich nicht heißen, dass dieser Zustand weniger alarmierend ist.Â

Wir müssen uns, immer wenn wir vom Klimawandel reden, klar machen, welchen Klimawandel wir meinen. Aus der Grafik links geht nämlich ebenso hervor, dass die durchschnittliche Temperatur der Erde auch ohne menschlichen Einfluss, Schwankungen unterliegt. Das liegt vor allem daran, dass das Klima von so vielen Faktoren abhängt und sich diese Faktoren auch ändern können. Ein Beispiel dafür ist die Schiefe bzw. Neigung der Erdachse zur Ebene der Erdumlaufbahn. Diese schwankt in einem Zeitraum von ungefähr 21.000 Jahren und beeinflusst so das Klima auf der Erde. Neben der Schiefe der Erdachse gibt es aber noch viele weitere Faktoren, die Einfluss auf das Erdklima nehmen. Das Klima ist ein äußerst komplexes System das kaum berechenbar ist, vor allem nicht auf große Zeiträume.Â

Wenn aber in den Medien von dem Klimawandel die Rede ist, so meint man meistens den durch den Menschen verursachten Wandel des Klimas. Seit der Industrialisierung bläst der Mensch viele klimarelevante Gase in die Atmosphäre. CO2 gehört dazu. Neben den Gasen gelangen aber auch Aerosole(kleinste Partikel) in die Atmosphäre. Auch sie beeinflussen das Klima auf der Erde.Â

Ich möchte hier nicht die einzelnen Zusammenhänge darstellen. Dazu weiß ich auch einfach zu wenig über das Klima. Was ich aber weiß ist, dass der Mensch Einfluss auf das Klima nimmt. Jedoch erst sein einem vergleichsweise geringen Zeitraum. Trotzdem beeinflusst dies das Klima und wir können trotz verschiedenster Modelle und Simulationen keine verlässliche Prognose darüber abgeben, wie sich das Klima weiter entwickelt.

Die Aussage, dass man den Klimawandel aufhalten will ist vor diesem Hintergrund also absoluter Nonsens. Richtiger wäre es, den menschlichen Einfluss auf das Klima zu verringern. Denn einen natürlichen Wandel des Klimas wird es weiterhin geben. Das heißt vor allem, dass es sowohl zu Warmzeiten kommen kann, aber auch zu Eiszeiten. Darauf kann der Mensch keinen Einfluss nehmen. Er kann sich höchstens an die Gegebenheiten anpassen. Allerdings bin ich da sehr pessimistisch. Wenn der Mensch es nicht einmal schafft, sich an die kommenden Gegebenheiten anzupassen, was tut er dann, wenn es widererwartend zu einer Eiszeit kommt.Â

Da es keine hundertprozentige Gewissheit darüber gibt, wie sich das Klima in den kommenden Jahren entwickelt, kann man auch nicht genau beantworten, in welchem Maß der Mensch Einfluss auf eben jenes genommen hat. Das Klima ist zu komplex als das man in einem kurzen Zeitraum von weniger als 100 Jahren abschätzen kann, ob der Mensch das Klima marginal beeinflusst hat. Doch eben weil wir das nicht abschätzen können, sollten wir den Einfluss des Menschen auf das Klima zügig auf ein minimales Maß beschränken. Denn im Nachhinein kann der Mensch seinen Einfluss schwierig wieder rückgängig machen.

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Von der Moral und dem Geld

Wirtschaft & Steuern, 29. Januar 2009 um 21:32 Uhr, Michael

Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich ernsthaft, wofür man überhaupt einen Rettungsring nach den Banken geworfen hat. Als sie in ihrer eigenen Habgier zu ertrinken und uns mit zu reißen drohten, ist der Staat gekommen und hat den Bankern einen Rettungsring zugeworfen. Diesen Rettungsring haben inzwischen ja auch schon einige Banken, wie z.B. die Commerzbank, angenommen. Um eine ähnliche Krise zu verhindern, werden jetzt Regeln für die Finanzwelt gefordert. Das ist richtig so und auch sicher nötig. 

Allerdings denke ich mir nun nach dem Lesen des obigen Artikels aus dem Tagesspiegel, ob solche Regeln überhaupt brauchbar sind. Der Antrieb, der zu dieser Krise führte ist die Habgier. Der Drang nach materiellem Besitz, koste es was es wolle. So heißt es dort in dem Artikel:

Der durchschnittliche Bonus je Mitarbeiter lag für 2008 bei rund 112.000 Dollar.[...] In den Topetagen und bei besonders erfolgreichen Brokern etwa gehen die Prämien selbst in der Krise oft noch in die Millionen.

Selbst in Zeiten der Finanzkrise besitzen die Broker keine Skrupel auf ihre Bonuszahlungen zu verzichten. Weiter heißt es in dem Artikel:

Die Jahresprämie macht bei vielen Beschäftigten der Banken einen Großteil ihres Jahresgehalts aus. 

Ich weiß nicht genau, was ein Broker an der Wall-Street so verdient. Nehmen wir mal an, das Geld reicht gerade so zum leben und die Broker sind auf ihre Boni angewiesen. So müsste ihnen doch aber ihre Moral verbieten, alles anzunehmen. Sie sollten durch Verzicht, zumindest eines Teils, für ihre Fehler einstehen. Der User eban formuliert es sehr treffend in einem Kommentar zum Artikel:

Als Rechtfertigung für die hohen Boni ist immer angeführt worden, dass die Banker eine hohe Verantwortung tragen. Nun sind sie dieser Verantwortung nicht gerecht geworden und sacken trotzdem ein.

Wer Verantwortung trägt und auch tragen will, der soll sie doch bitte auch immer tragen und nicht nur dann, wenn nichts passiert.

In der Online-Ausgabe der F.A.Z gibt es einen sehr aufschlussreichen Artikel über die Exzesse der Banker und Broker. Ich empfehle jedem, diesen Artikel einmal zu lesen und sich das ganze auf der Zunge zergehen zu lassen. Besonders vor dem Hintergrund, dass Banker und Broker keine Moral zu haben scheinen und ihre gesamten Boni einkassieren. Aber auch dies ist nur eine Beispiel für die noch immer in der Finanzwelt regierende Habgier, die jegliche Moral und jedes Pflichtbewusstsein durch eine Menge Geld unterbinden kann. Doch was wundere ich mich, von Moral kann man sich eben keinen Kamin kaufen.

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Das Rüstungsloch

Innen & Außen, 28. Januar 2009 um 1:56 Uhr, Michael

Das britische International Institute for Strategic Studies hat heute sein jährlichen Bericht The Military Balance veröffentlicht. Darin beschäftigen sich die Forscher mit den militärischen Stärken der jeweiligen Nationen. Darin heißt es, dass der Erfolg der Mission in Afghanistan unter anderem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gefährdet ist. Die Staaten müssen durch die Krise ihre Militärausgaben kürzen, was auch zu Lasten der Truppen in Afghanistan fallen könnte.

Der Wehrbeauftrage Reinhold Robbe hat schon im Februar letzten Jahres bemängelt, dass die Bundeswehr in Afghanistan schlecht ausgerüstet ist. Nehmen wir nun an, der Bundeswehr würden nun die Mittel gekürzt werden. Dann würde sich die Sicherheit der Soldaten wahrscheinlich verschlechtern, da sie mit weniger oder schlechterer Ausrüstung auskommen müssten. Zudem wird der Norden Afghanistans immer unruhiger und unsicherer, wie die Anschläge in den letzten Monaten beweisen.

Auf Deutschland werden wahrscheinlich noch häufiger Meldungen von gefallen Soldaten zu kommen. Das wird mit Sicherheit die Legitimation des Einsatzes in Afghanistan immer weiter in Frage stellen. Wenn die Legitimation aber in der Bevölkerung schwindet wächst auch gleichzeitig der Erfolgsdruck. Wir befinden uns in Afghanistan in einem Dilemma aus dem wir nicht ausbrechen können. Zu groß sind die internationalen Verpflichtungen.

Ich bin generell gegen einen solchen Einsatz. Ich halte es ähnlich wie Helmut Schmidt, der sagt, dass unser Hauptaugenmerk auf unseren direkten Nachbarn liegen sollte. Staaten wie Frankreich, Polen oder aber die BeNeLux-Länder sind die Länder, die uns direkt betreffen. Nicht einmal wirtschaftliche Interessen rechtfertigen eine Intervention in Afghanistan. Doch da wir nun dort involviert sind, muss sich Deutschland darum bemühen, den Auftrag der Bundeswehr so gut wie möglich zu erfüllen und zu gegebener Zeit beenden.

Auch in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise werden wir nicht umher kommen, viel Geld in den Einsatz in Afghanistan zu investieren. Doch in Krisenzeiten wird das sehr schmerzhaft werden, weil das Geld an anderer Stelle natürlich fehlt.

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Der gerechte KFZ-Steuer Konsens

Wirtschaft & Steuern, 26. Januar 2009 um 23:39 Uhr, Michael

Heute Abend hat sich die Große Koalition auf einen Entwurf zur Änderung der KFZ-Steuer geeinigt. Was besonders daran ist, dass sich die Regierung dieses mal auf einen gerechten Konsens einigen konnte, der sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich ist. Die KFZ-Steuer wird zukünftig, ab dem 1. Juli, an den Hubraum und an den COâ‚‚-Ausstoß eines Fahrzeugs gebunden.

 Je 100 Kubikzentimeter sind dann bei Benzinern 2 Euro fällig, bei Diesel-Fahrzeugen 9,50 Euro. [...] Darüber hinaus muss für jedes Gramm COâ‚‚-Ausstoß pro Kilometer noch einmal 2 Euro bezahlt werden, sofern der Wagen die Grenze von 120 Gramm überschreitet. Dies gilt für Diesel wie Benziner. (Zeit-Online)

Diese neue KFZ-Steuer gilt zwar nur für Neuwagen, ist aber dennoch ein Anfang und ein Signal in Richtung Umweltfreundlichkeit. Zudem ist dieser Entwurf auch wirtschaftlich. Es werden große Autos mit einem hohen Kraftstoffverbrauch höher besteuert als kleinere wenig Kraftstoff verbrauchende Autos. Darunter fallen beispielsweise auch die Mittelklasse Wagen von Familien. 

Man kann der Regierung dieses mal zu einem wirklich gerechten Gesetzesentwurf gratulieren, der einen echten Konsens zwischen Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit darstellt.

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Die Guantánamo-Frage II

Innen & Außen, um 17:02 Uhr, Michael

Vor ein paar Tagen habe ich mich schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob man Häftlinge aus Guantánamo aufnehmen sollte oder nicht. Ich habe dort für die Aufnahme einiger Häftlinge in Deutschland plädiert. Allerdings habe ich nun einen Artikel auf Zeit-Online gelesen, der in mir doch einige Zweifel aufkommen lässt.

In dem Artikel von Eva Schweitzer wird vor allem eins deutlich: Das wirkliche Problem sind nicht alle verbliebenen Häftlinge, sonder nur die, denen in ihrem Heimatland eine Anklage droht. Die Häftlinge, die schon als Anhänger von Terrororganisationen wie beispielsweise Al-Qaida gelten, denen könnte in den USA ein Prozess gemacht werden. Sie würden dann auch vermutlich in amerikanischen Gefängnissen inhaftiert werden.

Worum sich aber der Streit dreht, sind die verbliebenen 50 bis 60 Häftlinge, die als unschuldig gelten, das sogar schon unter der Regierung Bush, aber denen ein Prozess in ihren Heimatländern droht. Darunter fallen zum Beispiel 17 muslimische Uiguren die in China als Terroristen gelten, weil sie gegen die chinesische Regierung kämpfen. Da allerdings auch eine Verstimmung mit der chinesischen Regierung droht, wollen die USA die Uiguren weder selber aufnehmen, noch zurück nach China schicken. Die Immigrationsgesetz der USA verkompliziert die Lage zusätzlich, da sie die Einreise von Personen, “die in bewaffneten Widerstand verwickelt seien, egal wogegen der sich richte”, verbieten. 

Wie eine Studie von CNN belegen soll, sind rund 47 Prozent der Amerikaner gegen eine Schließung von Guantánamo. Viele Amerikaner wollen die Inhaftierten gar nicht aufnehmen, da sie teilweise als gefährlich gelten. Der Wiederanschluss zweier ehemaliger Guantánamo-Häftlinge an das Netzwerk von Al-Qaida im Jemen scheint dies teilweise zu bestätigen. 

Es ist also Vorsicht geboten mit vorschnellen Schlüssen. Eine Aufnahme von Guantánamo-Häftlingen scheint sehr brisant. Ich möchte allerdings trotzdem nicht pauschal gegen die Aufnahme sprechen. Zum einen geht es hier nur um einige wenige. Es steht die Zahl 10 im Raum, für Deutschland würde es sich also um eine überschaubare Anzahl handeln. Doch auch die kleine Anzahl kann brisant sein, wenn nicht abschließend geklärt ist, ob es sich um Sympathisanten von terroristischen Organisationen handelt. 

Bevor Deutschland ehemalige Guantánamo-Häftlinge aufnimmt, sollte genau und abschließend geklärt werden, ob es sich um gefährliche Häftlinge handelt. Wobei natürlich das Wort gefährlich viel Platz für eigene Interpretationen lässt und eine Klärung sehr schwer fallen dürfte. Doch zumindest diesen Klärungsprozess ist Deutschland den USA schuldig.

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